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Test: InFocus IN1118HD

InFocus: IN1118HD

InFocus ist ein Unternehmen, das seit seinen Anfängen eng verbunden ist mit der DLP-Technologie. Kein Wunder, hatten doch die Amerikaner seit Mitte der 90er Jahre den Japanern, die die LCD-Technologie beherrschten, endlich etwas komplett Anderes entgegenzusetzen: die von Texas Insturments und namentlich von Larry Hornbeck entwickelte DLP-technologie. InFocus als amerikanische Unternehmen setzte darauf und ging in der Folgezeit durch viele Höhen und Tiefen. Heute ist das Unternehmen breit aufgestellt und favorisiert im Projektorensegment weiterhin diese Technologie.
Wir haben uns mit dem IN1118HDLC einen Projektor in den Test geholt, der schon äußerlich durch seine kleine Bauform auffällt. Obwohl das Gehäuse einen sehr soliden Eindruck macht, ist der Projektor mit einem Einsatzgewicht (mit Kabeln und Fernbedienung) von 1,85 kg recht leicht und daher bestens als Reisebegleiter geeignet.
Das Projektionsobjektiv ist komplett und sicher vom Gehäuse umschlossen, lässt sich aber problemlos durch die Aussparung an der Geräteoberseite bedienen. Der Zoombereich ist mit einem Verhältnis von 1,3 : 1 nützlich, die Focus- und Brennweiteneinstellung beeinflussen sich aber stark, so dass man mehrfach nachjustieren muss. Das Bild ist dann aber schon bei kurzer Entfernung von einem Meter sauber scharf zu stellen. Die Bildlage ist so eingerichtet, dass die Bildunterkante immer ein Stück oberhalb der Objektivmitte liegt. So kann dass Gerät etwa auf dem Arbeitstisch stehen und ohne Schrägstellung in sinnvoller Höhe Projizieren. Sollt das Bild durch Schrägstellen des Projektors höher gezeigt werden, so kann eine Automatik die Bildverzerrungen korrigieren.
Das rückseitige Anschlussfeld ist übersichtlich. Auf mittlerweile unübliche Anschlüsse wie S-Video und Komponenten hat man verzichtet. Dafür gibt es einen HDMI-Anschluss, einen für das Analoge Computerbild (VGA) und für die Notfall noch eine Video- (FBAS-) Buchse. Zudem stehen zwei USB-A Anschlüsse zur Verfügung, an die z.B. ein Speicherstick angeschlossen werden kann. Die USB-Schnittstelle ist in der Lage, nicht nur Bilder und Filme zu zeigen, sondern auch Office-Dokumente und PDF-Dateien darzustellen. Nutzt man nun noch den im Projektor integrierten Speicher von 4 GB zum Ablegen der Dokumente und Medien, so kann man komplett ohne den Einsatz eines zusätzlichen Computers präsentieren. Das kann die Arbeit im Außendienst beim Kunden enorm erleichtern: Einfach den Projektor aufstellen und los geht es.
Wir starten nun auch unser Gerät und erschrecken über die Lautstärke des Lüftergeräusches. InFocus gibt 30 dB an, wir können das nicht nachmessen aber subjektiv gehört sind das die lautesten 30 dB, die uns bislang untergekommen sind. Nach etwa 20 Sekunden ist das Bild zunächst noch mit geringer Lichtleistung da und erstrahlt dann nach einer Minute in voller Helligkeit. Wir haben die Einstellung ?Präsentation? gewählt und sind erfreut über die Farbqualität. Das Gelb strahlt und auch das Rot leuchtet, sauberer, als man es teilweise von anderen DLP-Projektoren kennt. Leider lässt aber die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung zu Wünschen übrig. Der obere linke Bereich ist deutlich dunkeler, als unten rechts. Messtechnisch werden wir später feststellen, dass die Ausleuchtung gerade mal 52 % beträgt, das dunkelste der neun Messfelder also gerade mal gut die Hälfte der Lichtleistung des hellsten abbekommt. Bei einem Projektor für Schulungen und mobile Präsentationen ist die Ausleuchtung sicher kein besonders wichtiges Kriterium, aber bei unserem Testgerät ist die Ungleichmäßigkeit augenscheinlich.
Wir schalten um auf ?Video? und werden wie erwartet mit einem wärmeren, ausgeglichenen Bild belohnt. Nun Schließlich noch die Einstellung ?Hell?, die bekanntlich insbesondere bei DLP-Projektoren mit einer deutlichen Verschlechterung der Farbqualität einhergeht. So ist es auch bei unserem IN1118HD. Das leuchtende Rot mutiert zu einem dunklen Rot-Braun und Gelb erhält einen kräftigen Grünstich. Für viele Anwendungen wird die Darstellung auch so noch brauchbar sein, werden allerdings einigermaßen saubere Farben benötigt, dann sollte man lieber den Raum etwas verdunkeln, um mit den anderen Einstellungen arbeiten zu können. Gemessen haben wir in dieser Einstellung eine Lichtleistung von 2182 Lumen, was für eine 2400 Lumen-Gerät noch im Toleranzbereich liegt. Nicht so schön ist ? wie oben schon erwähnt, die ungleichmäßige Lichtverteilung.
Nun, nach etwa einer halben Stunde Testbetrieb, ist die Gehäusetemperatur so, dass sie als Warmhalteplatte für den Kaffee dienen könnte (nicht zu empfehlen !), und so wundert es auch nicht, dass das Gerät nun erst mal eine Minute mit voller Lüfterleistung nachkühlen muss, ehe endlich Ruhe einkehrt.
Am Schluss sollte noch erwähnt werden, dass auch dieser Projektor für LightCast ausgerüstet ist. Dabei handelt es sich um eine Collaborationslösung von InFocus, die die Projektion von Bildschirmansichten von jedem beliebigen Endgerät unter Windows, Apple iOS/OSX, Android und Chrome OS ohne Einsatz von Kabeln ermöglicht. Dazu muss das optional erhältliche LightCast-Modul mit dem Projektor verbunden sein ? eine Installation zusätzlicher Software ist nicht.
Alle Funktionen wie auch das Kopieren von Dateien vom USB-Speicherstick auf den internen Speicher lassen sich problemlos mit Hilfe der kleinen IR-Fernbedienung machen, aber auch die auf dem Gerät befindlichen Tasten sind dafür gut nutzbar.


Den vollständigen Test mit allen Daten und technischen Angaben finden Sie in der AV-views 2016/06


POSITIV
NEGATIV
  • kompakt
  • gute Lichtleistung
  • 4 GB interner Speicher
  • zu laut

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